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(c) 2015  Johannes Eiwen



Ichthys Gemeinde

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ein Bericht von Johannes Eiwen

Am 31.05.2011 verabschiedeten wir unseren lieben Bruder Wolfgang, der unerwartet an einer Gehirnblutung verstorben war, am Friedhof in Wiener Neustadt. Es war ein ganz außergewöhnliches Begräbnis, von dem danach viele sagten, dass sie noch nie eine vergleichbare Beerdigung erlebt hätten.

Von Beginn an war ich von dem Raum beeindruckt gewesen, von der positiven Ausstrahlung darin.

Normalerweise herrscht in einem solchen Raum immer totale Stille, auch wenn man sich zuvor unterhält, mit dem Eintritt in die Kapelle zum Anlass eines Begräbnisses erlischt jedes Gespräch. Allenfalls kommt ein leises Flüstern über die Lippen eines Besuchers, der, wie alle anderen, möglichst schwarz gekleidet ist. Man fühlt sich unbehaglich wegen der Trauer der Angehörigen, ist unsicher, wie die Trauernden beim Kondulieren reagieren werden.

Nicht so bei Wolfgangs Begräbnis. Über 200 Menschen füllten die Kapelle komplett aus, die wenigsten in schwarz gekleidet. Anstelle der Totenstille erfüllte ein leises, aber nicht unangenehmes Gemurmel den Raum, als sich die Anwesenden begrüßten, einander umarmten und sich ein wenig über den Anlass unterhielten.

Selbst die Angehörigen saßen, zwar ernst und gefasst, aber doch irgendwie erwartungsvoll in der ersten Reihe.

Erwartungsvoll, ja, so kann man die Stimmung zu Beginn dieser Beerdigung wohl am besten beschreiben.

Wir wissen, dass Wolfgang nicht einfach weg ist, sondern dass er nun bei Jesus ist und dass es ihm dort besser geht als je zuvor. Obwohl wir natürlich Trauer wegen des Verlustes empfinden, sind wir doch davon getröstet, dass wir ihn wiedersehen werden.

Ich spielte ein wenig auf dem Keyboard, während mein Vater, Pastor Eiwen, nach vorne kam. Das Gemurmel wich einer erwartungsvollen Stille. Nach der Begrüßung der Anwesenden sangen wir das erste Lied "Berge mich in deiner Hand". Ich hatte ein kleines Musikteam zusammengestellt und wir begleiteten den Gesang mit Keyboard, Gitarre, Bass, Djembe und einigen Stimmen.

Der ganze Raum erschallte von den Stimmen der Anwesenden, was einfach wunderbar klang und mich und viele andere sehr berührte.

Anschließend erzählte ein guter Freund des Verstorbenen, ein Mitglied unserer Gemeinde, von dem Abend, als Wolfgangs Aneurysma geplatzt war. Die Situation, in der das geschah, war einzigartig und ganz sicherlich kein Zufall:

Wolfgang saß inmitten von ca 13-15 Freunden im Hauskreis in seinem Wohnzimmer. Das Thema des Abends lautete: Wer hat schon einmal Jesus gesehen?

und er war gerade am Erzählen:

Als Wolfgang noch beim Wallfahren war, was er früher oft getan hatte, kam er bei einer Gelegenheit in ein altes Bauernhaus am Weg. Dort lebte ein alter Bauer und es war recht schmuddelig und ärmlich. Doch der Bauer lud ihn voller Freude zum Essen ein.

Dabei sah er Wolfgang an und in diesem Augenblick hatte Wolfgang etwas erlebt, was er im Hauskreis mit folgenden Worten beschrieb:  

"Und da habe ich Jesus gesehen!" - dabei hob er die Hände, hatte Tränen in den Augen und sackte dann vornüber. Das waren seine letzten Worte.

Danach folgte dann zwar eine Wiederbelebung und ein Kampf um sein Überleben, aber er kam bis zum Ende nicht mehr zu Bewusstsein.

Er war mit dem Aneurysma durchs Leben gelaufen, das wohl einmal platzen musste, aber als es soweit war, geschah es inmitten von Freunden in seinem Wohnzimmer, genau nach seinen Worten "Ich habe Jesus gesehen!".

Dieser Moment war ganz besonders und ein Raunen ging durch die Menge, denn es waren nicht nur Gemeindemitglieder gekommen sondern auch Verwandschaft und Arbeitskollegen, ...

Das konnte einfach kein Zufall sein.


Danach sangen wir ein weiteres Lied und wieder war der Raum erfüllt von wirklich tollem Lob für Gott.


Mein Vater sprach danach von der Liebe Jesu, der um unseretwillen seine Göttlichkeit aufgegeben und für uns als Mensch gestorben war. Deshalb können wir uns sicher sein, dass Wolfgang jetzt bei Ihm ist, denn Wolfgang hatte Jesus geliebt und Ihm sein Leben übergeben.

So ein Geschehen macht es uns aber auch deutlich wie rasch und plötzlich unser Leben zu Ende sein kann, Und was ist dann? Sind wir bereit dafür, ganz plötzlich Jesus gegenüberzustehen? Denn nicht jeder kommt automatisch in den Himmel, obwohl sich Jesus genau danach sehnt.  Darum bietet er diese Rettung jedem an. Man muss sein Geschenk nur annehmen.

Anschließend las mein Vater die Jahreslosung vor, die Wolfgang zum Jahreswechsel gezogen hatte:

“Ich weiß, dass mein Erlöser lebt ... Ich werde Ihn sehen, ja mit meinen eigenen Augen werde ich Ihn erblicken, ohne jede Fremdheit. Danach sehnt sich alles in mir.” Hiob 19,25.27

Nun ist genau das tatsächlich Wirklichkeit geworden, denn Wolfgang darf jetzt Jesus mit seinen eigenen Augen sehen und das tun, was er zu seinen Lebzeiten immer geliebt hatte: Jesus anzubeten.


An dieser Stelle hielten alle den Atem an, denn jeder war berührt von all diesen Geschehnissen und Begleitumständen, die wohl keineswegs Zufall gewesen sein konnten.

Anschließend sangen wir wieder ein Lied "Singt ein Lied der Freude", ein Lied, das die Freude beschreibt, wenn wir Jesus begegnen.

Dann zog die ganze Menge aus in Richtung Grab...


Aber es war noch nicht aus, denn danach fuhr fast die gesamte Menge zum Pyhrahof, dem Gasthaus, das zwei Gemeindemitgliedern gehört, die die anschließende Feier ausrichteten.

Wir versammelten uns dort auf der Terrasse und sangen einen kräftigen Lobpreis, in dem wir Gott lobten. Dabei ließ die Familie Luftballons steigen.

Danach gab es ein gutes Essen und Gemeinschaft.

Nicht Trauer beherrschte diesen Tag sondern eher Freude darüber, dass Wolfgang nun wirklich daheim ist und dass wir ihn dort wiedersehen werden.

Freude darüber, dass Jesus uns das ermöglicht hat, indem er für uns starb.


Unbeteiligte Zuseher und selbst Teilnehmer, die nicht zu unserer Gemeinde gehören, beschrieben diese "Beerdigung" als sehr außergewöhnlich und ganz anders, als alle anderen.

So endete dieser Tag mit einer Feier, die wiederspiegelt, dass wir alle uns auf unseren Eintritt in den Himmel freuen dürfen.



Abschied von unserem lieben Bruder Wolfgang Moser